Kontakt
Kirchengemeinde Wiebelskirchen
Martin-Luther-Straße 23
66540 Neunkirchen
Telefon: 0 68 21 / 5 26 71
Telefax: 0 68 21 / 5 99 21
E-Mail: info@kirchengemeinde-wiebelskirchen.de
---------------------------------------------------
Neuigkeiten / Termine
Männerkreis: Jahresprogramm 2011
105. Geburtstag von Hans Schonard
19.09.2010: Kinder-Second-Hand-Markt
06.-13.10.2010: Bethel-Sammlung
07.11.2010: Gemeindeversammlung
15.08.2010: Sachstand Pfarrstellenbesetzung
08.08.2010: Eröffnungsgottesdienst am Eschweilerhof
(Eindrücke von vergangenen Gottesdiensten findet Sie auch an dieser Stelle)
Fotos - Jubilarkonfirmationen 2010
10.03.2010: Neuordnung Bauausschusses
---------------------------------------------------
Archiv
18.03.2010: Konfi-Unterricht rund um den Brunnen
14.03.2010: Vorstellungsgottesdienst Konfirmanden/innen Dorf/Hangard
07.03.2010: Vorstellungsgottesdienst Gruppe Seiters
05.03.2010: Gottesdienste zum Weltgebetstag - Update
01.01.2010: Werner Tillack als Baukirchmeister zurückgetreten
Spiel- und Krabbelgruppe: FaschingFrauenhilfe: Fasching
Jahresprogramm 2010 Männerkreis
01.11.2009: Gemeindeversammlung
Präsentation zur Gemeindeversammlung16.10.2009: Fotos Ev. Kirche in Wiebelskirchen
04.10.2009: Verabschiedung Pfarrer Gerhard Biederbeck
Pfarrer Gerhard Biederbeck sagt der Gemeinde "lebe wohl"
3 Orgelkonzerte am 07.06.2009, 06.09.2009 und 08.11.2009, jeweils sonntags um 17.00 Uhr
Suche
Liebe Gemeinde! Ich sage „lebe wohl"
Es fällt mir nicht leicht, diesen Artikel zu schreiben. Zu vieles geht mir durch den Kopf, macht mich auch wehmütig. 31 Jahre war ich jetzt Pfarrer in unserer Gemeinde. Vieles haben wir gemeinsam erlebt, Freud und Leid geteilt. Ich sage nun bewusst „lebe wohl", weil dies ein Abschiedsgruß ist, der gleichzeitig aufmuntert und anspornt, auch in Zukunft zum Wohl anderer beizutragen und dabei selbst erfüllt und glücklich zu leben.
Ende Oktober endet die aktive Phase meiner Altersteilzeit und es beginnt die Freistellungsphase - viele kennen das aus eigener Erfahrung. In 2 ½ Jahren, im Mai 2012, beginnt dann meine Zeit als Rentner. Als ich mich vor Jahren für die Altersteilzeit entschieden habe, tat ich dies, damit eine junge Kollegin, ein junger Kollege eine Chance auf Arbeit bekommt, und um selbst mehr Freiraum zu haben. Mein größter Wunsch ist es nun, dass das Gemeindeleben getragen vom Presbyterium, einer neu zu wählenden Kraft in meiner Stelle und Fritz Hehl so weitergeht, dass Sie sich eingeladen fühlen mit zu machen, weil das Evangelium eine Botschaft ist, die gut tut.
Ich selbst habe ja das ehemalige Pfarrhaus in der Schillerstraße 35 gekauft und werde dort mit Felix, meinem autistischen Sohn, wohnen bleiben, weil hier schon lange mein Zuhause ist. Dienstlich werde ich mich aber ganz zurücknehmen, damit die oder der Neue eine Chance hat, sich einzuarbeiten und nicht von mir blockiert wird. Da ich ja die Rechte der Ordination nicht verliere, darf ich natürlich weiter Amtshandlungen und Gottesdienste halten. Ich werde dies aber nur tun, wenn ich gefragt werde, wenn der/die Ortspfarrer/ in einverstanden ist und ich quasi so entlaste. In keinem Fall soll dies aber im ersten Jahr sein. So ist es auch im Presbyterium besprochen. Bei der Konfirmation meiner jetzigen Konfirmanden - den Unterricht übernimmt ab Oktober Presbyterin Frau Birgit Scheib - werde ich bei der Einsegnung mitwirken.
Lebe wohl, liebe Gemeinde!
Im Oktober 1978 begann meine Zeit in Wiebelskirchen. Ich kam mit einem Schaukelstuhl, einem Schlafsessel und einem Stereoturm. Viel mehr hatte ich nicht, ich kannte niemanden. Es sollte ja auch nur für ein halbes Jahr sein. Ich war jung. Die Gemeinde nahm mich so herzlich an, dass ich blieb.
31 Jahre haben wir jetzt miteinander gelebt, gelacht und manchmal auch gelitten. Ich habe versucht, einfach da zu sein, wenn Menschen das brauchten, Barrieren abzubauen und Kirche erlebbar zu machen als wohltuende Alternative. Unsere Kirche soll einladend, hell und warm sein, damit sie die Kraft des christlichen Glaubens weitergeben kann. Christen brauchen den Rückhalt des Glaubens und der Gemeinschaft, um unserer Gesellschaft positive Signale zur Orientierung geben zu können. Gottesdienst passiert auch und gerade im Alltag des Lebens.
Wenn ich heute zurückschaue, kann ich die Zahl der Taufen, Konfirmationen, Trauungen oder Beerdigungen nur ahnen. Ich will sie auch nicht errechnen, weil hinter jeder Zahl ja ein einzelnes Schicksal, ein einzelner Mensch steht. Gehe ich über unseren Friedhof, so lese ich viele Namen, die mir vertraut sind und vermisse diese Menschen.
Schön ist es aber, dass ich in unserer Gemeinde so viele Menschen kenne, die mir fröhlich zuwinken. Immer wieder haben sich Lebenskreise geschlossen, wenn ich konfirmiert, getraut, getauft und wieder konfirmiert habe. Bei dem sich gegenseitig Kennen wächst dann auch Vertrauen, das in den schweren Stunden des Lebens trägt.
Danke sagen will ich hier bei den Menschen besonders, die lange mit mir unterwegs waren:
Ich denke an die Mitarbeitenden im Kindergottesdiensthelferkreis, der später zum Kinderbibelteam wurde. Der Gesprächskreis, der mit dem Jour Fixe fusionierte, hat Jahrzehnte Menschen weitergeholfen. Die Zusammenarbeit mit dem Frauenkreis in Hangard und der Evangelischen Frauenhilfe in Wiebelskirchen war immer sehr vertrauensvoll. Die Männerarbeit wuchs und wuchs dank großem Engagement aller Verantwortlichen. Das Verstehen mit dem Team des Kindergartens, den Elternvertretern und den Kindern war mir immer wichtig.
|
|
Aktionen wie Vernetzung oder Theatergruppe und vor allem die Durchführung und Planung gemeinsamer Familiengottesdienste hat mein Herz stets dankbar höher schlagen lassen. Ich wusste, der Heilige Geist hält so die Kirche jung und lebendig. Ganz dankbar bin ich auch, dass es die Gruppe Joy immer noch gibt, die meine Frau ins Leben rief, vielleicht auch als ein Vermächtnis, dass „Singen" Frische und Leben für Kirche und Gottesdienst bedeutet. Danke sage ich auch für den guten ökumenischen Geist, der über 30 Jahre gewachsen ist, und der heute spürbar das Miteinander prägt. Danke an alle Menschen, die in schweren Zeiten für mich da waren. Heute schaue ich auch nach vorne: Ich wünsche mir, dass in unserer Gemeinde weiter Menschen eingeladen werden, sich zu beteiligen. Herzlichkeit und persönliche Anrede wie in einer großen Familie sind wichtig im Gottesdienst wie in jeder Gemeindearbeit. Das Evangelium will uns frei machen, nicht gesetzlich einengen, wenn es darum geht, Gott und den Menschen zu dienen. Wohl und Heil von uns allen sind die Aufgabe, damit Himmel und Erde sich berühren. |
Ich war gerne Ihr / Euer Gemeindepfarrer. Lebt wohl!
Pfarrer Gerhard Biederbeck

